{"id":116,"date":"2015-01-04T01:59:46","date_gmt":"2015-01-04T00:59:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=116"},"modified":"2015-01-04T17:01:46","modified_gmt":"2015-01-04T16:01:46","slug":"kapitel-05-die-protestantische-kirchengemeinde-gersbach","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=116","title":{"rendered":"Kapitel 05 &#8211; Die protestantische Kirchengemeinde Gersbach"},"content":{"rendered":"<p>Kapitel 05<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Protestantische Kirchengemeinde Gersbach<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Pfarrer Thomas Kiefer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Beitrag zur Geschichte der Protestantischen Kirchengemeinde Gersbach kann nicht umfassend die kirchliche und kirchengeschichtliche Entwicklung Gersbachs behandeln, sondern nur skizzenhaft auf einige Entwicklungen in der Geschichte der Gemeinde eingehen, da eine ausf\u00fchrliche kirchenhistorische Untersuchung \u00fcber Pirmasens und Umgebung noch nicht vorliegt und die Quellenlage eine l\u00e4ngere, intensive Besch\u00e4ftigung &#8211; auch f\u00fcr die j\u00fcngere Geschichte &#8211; erfordern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vorgeschichte der Gersbacher Kirchengemeinde<\/p>\n<p>Um das Jahr 750 brachten vermutlich M\u00f6nche des Pirminius den christlichen Glauben vom Kloster in Hornbach in das Gebiet von Pirmasens. Drei Jahre sp\u00e4ter, im Todesjahr Pirminius&#8216;, war Pirmasens bereits Pfarrort. In der Mitte des zw\u00f6lften Jahrhunderts wurde an der Stelle der heutigen Lutherkirche die Pfarrkirche St. Julian erbaut. Sie bildete das religi\u00f6se Zentrum f\u00fcr Pirmasens und die umliegenden Orte, unter anderen auch M\u00fcnchweiler, Rodalben und Ruppertsweiler. Die Bewohner der Ortschaften besuchten die Gottesdienste der Pfarrkirche, die Toten wurden auf dem hinter der Kirche gelegenen Friedhof beigesetzt. Auch die Einwohner Gersbachs gingen selbstverst\u00e4ndlich zu den Gottesdiensten in der Kirche St. Julian.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Einf\u00fchrung der Reformation im Gebiet der Grafschaft Hanau-Lichtenberg (ab 1570) wurden nach und nach alle Bewohner evangelisch-lutherisch, so wie ihr Landesherr es war. Zum evangelisch-lutherischen Pfarrort (ab 1575) mit der jetzt evanglischen Pfarrkirche St. Julian geh\u00f6rten zun\u00e4chst au\u00dfer Gersbach und Winzeln auch die Orte Burgalben, Donsieders, Eppenbrunn, Erlenhof, Fehrbach, Fr\u00f6schen, Hengsberg, Hermersberg, Hinterweidenthal, H\u00f6hein\u00f6d, Kr\u00f6ppen, Lemberg, Luthersbrunn, M\u00fcnchweiler, Riedelberg, Rodalben, Ruppertsweiler, Schweix, Simten, Trulben, Vinningen und Windsberg. Wie zuvor besuchten die Bewohner des Gebiets die Gottesdienste in St. Julian und wurden die Toten auf dem Friedhof bei der Kirche beigesetzt. Ab 1788 geh\u00f6rten nur noch Erlenhof, Fehrbach, Gersbach und Winzeln als Parochien zum evangelisch-lutherischen Pfarrort Pirmasens, waren also noch keine eigenst\u00e4ndige Kirchengemeinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1750 wurde in Pirmasens auch eine reformierte Pfarrei errichtet, die zun\u00e4chst die Reformierten in Pirmasens, Burgalben, Erlenbrunn, Fr\u00f6schen, Gersbach, Hinterweidenthal, Lemberg, M\u00fcnchweiler, Ruppertsweiler, Simten und Winzeln seelsorgerlich betreute. Als Gotteshaus diente den Reformierten, deren Wurzeln in der schweizer und oberdeutschen Reformation liegen &#8211; zu ihren wichtigen Reformatoren z\u00e4hlen Zwingli und Calvin -, die heutige Johanneskirche, allgemein als \u201cObere Kirche\u201d bezeichnet. (Auf die theologischen Unterschiede der beiden evangelischen Konfessionen soll hier nicht n\u00e4her eingegangen werden. In der Praxis der Gottesdienste und im Verst\u00e4ndnis des Abendmahls werden die unterschiedlichen Ans\u00e4tze der beiden protestantischen Konfessionen sichtbar: ausgepr\u00e4gte Liturgie bei den Lutheranern, schlichte Gottesdienste bei den Reformierten&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis ins Jahr 1818 wurden die evangelischen Christen in Gersbach entweder von einem lutherischen oder einem reformierten Geistlichen betreut, je nach ihrer Konfession. In diesem Jahr \u00e4nderte sich f\u00fcr die evangelischen Christen der Pfalz vieles. Nach einer Befragung der Familienv\u00e4ter vereinigten sich die Evangelisch-Lutherischen mit den Reformierten in einer Generalsynode vom 2. bis 15. August 1818 in Kaiserslautern zur \u201cVereinigten evangelisch-protestantischen christlichen Kirche der Pfalz\u201d.<\/p>\n<p>Mit der Union von 1818 wurde die ehemals evangelisch-lutherische Pfarrei (an der unteren Kirche) zur ersten unierten Pfarrei Pirmasens. Die Pfarrei an der oberen Kirche (Johanneskirche) wurde zur zweiten unierten Pfarrei in Pirmasens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beide Pfarreien waren f\u00fcr die Betreuung der Gemeindeglieder in den Parochien zust\u00e4ndig. Durch die Einf\u00fchrung von Amtswochen und Amtszeiten war gekl\u00e4rt, welcher Pfarrer f\u00fcr die Seelsorge zu einer bestimmten Zeit zust\u00e4ndig war. Die Gottesdienste fanden nun \u00fcber l\u00e4ngere Zeit nur noch in der \u201cUnteren Kirche\u201d (Lutherkirche) statt. So gingen auch die Gersbacher Gemeindeglieder zum Gottesdienst in die \u201cUntere Kirche\u201d. Die anfallenden Kasualien (Taufen, Trauungen, Beerdigungen) haben sich die jeweiligen Stelleninhaber der beiden Pfarrstellen in der Zeit von 1818 bis 1896 geteilt. Anhand der Kirchenb\u00fccher wird deutlich, da\u00df in den ersten Jahren nach der Union jeder der beiden Pfarrer bei seinen fr\u00fcheren Gemeindegliedern die Seelsorge aus\u00fcbte. Erst nachdem die j\u00fcngere Generation gro\u00df geworden war, \u00e4nderte sich diese Situation. Die Unterschiede der beiden Konfessionen wurden aber nur langsam vergessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1896 wird die Seelsorge f\u00fcr die Parochien Gersbach und Winzeln an die jeweiligen Inhaber des Pirmasenser Stadtvikariates zwei delegiert. Seit diesem Zeitpunkt werden f\u00fcr Winzeln und Gersbach eigene Kirchenb\u00fccher gef\u00fchrt (bis zum Jahr 1900 werden in diesen B\u00fcchern auch die Kasualien von Erlenbrunn eingetragen). Aus den Kirchenb\u00fcchern geht hervor, da\u00df die Pfarrer von Pirmasens sowohl die Kasualien als auch die Gottesdienste in der Hauptsache den jeweiligen Vikaren \u00fcberlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vikare des Stadtvikariats zwei, die in Winzeln und Gersbach Dienst taten:<\/p>\n<ol>\n<li>Dr. Karl Ludwig Beyschlag 1. November 1895 bis 24. September 1899 und<\/li>\n<li>August 1900 bis 31. Oktober 1903<\/li>\n<li>Arnulf Hein 1. Oktober 1899 bis 30. Juli 1900 und<\/li>\n<li>November 1903 bis 30. April 1908<\/li>\n<li>Karl Wilhelm Thomas 1908<\/li>\n<li>Friedrich Wilhelm Metzger 1909 bis 1910<\/li>\n<li>Reinhold Scheid (Stadtvikariat eins) 1910 bis 1911<\/li>\n<li>Friedrich Renner 1911 bis 1913<\/li>\n<li>Wilhelm Heinrich H\u00e9rancourt 1913 bis 1916<\/li>\n<\/ol>\n<p>W\u00e4hrend seiner Dienstzeit wurde im Gersbach am 9. Februar 1916 der protestantische Kirchenbauverein gegr\u00fcndet, dessen Ziel der Aus- und Umbau des alten Betsaales und die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel war (mehr zum Kirchenbauverein an anderer Stelle).<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>Albert Karl Fau\u00df 1916 bis 1919<\/li>\n<li>Wilhelm Wolff 1919 bis 1920<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zwischenvertretung: Pfarrer Rudolf Becker (Luthersbrunn) 1920<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li>Friedrich Wilhelm Herbert Risch 1920 bis 1923<\/li>\n<li>Heinrich Jakob Goswin Schreiher 1923 bis 1925<\/li>\n<li>Maximilian Georg Arnold 1925 bis 1926<\/li>\n<\/ol>\n<p>unter Mithilfe durch Georg Theodor Friedrich (Stadtvikariat drei)<\/p>\n<p>Danach ist das Stadtvikariat l\u00e4ngere Zeit vakant (unbesetzt). Die Vertretung<\/p>\n<p>\u00fcbernahmen Vikar Warth (Stadtvikariat eins), Vikare Wilhelm Scheibenberger und<\/p>\n<p>Maximilian Arnold (Stadtvikariat drei) und Pfarrer Eugen Knieriemen (Pfarrei zwei).<\/p>\n<p>Kurze Zeit hat Vikar Immanuel Sch\u00e4fer das Stadtvikariat zwei inne.<\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li>Alexander M\u00fcller 1930 bis 1933<\/li>\n<li>Willi Kuhnle 1933 bis 1934<\/li>\n<li>Wilhelm Georg Franz 1934 bis 1937<\/li>\n<li>Walter Dreyer 1937<\/li>\n<li>Hans Philipp Friedrich Boppel 1937 bis 1938<\/li>\n<li>Walter Ludwig Jung 1938 bis 31. Oktober 1939<\/li>\n<li>Hans Konrad Theodor Schlimmer 1939 bis 1940<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ab 1940 wurde der Bezirk des Stadtvikariats von Pfarrer Arnold, Pfarrer Fr\u00f6hlich,<\/p>\n<p>Vikar Rheinberger, Dekan Knieriemen, Pfarrer Schaller, Vikarin Weiffenbach und<\/p>\n<p>Pfarrverweser Heinrich T\u00fcrk mitversorgt.<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li>Arnold Karl Otto Johann Nepumuk Rust 1. Oktober 1948 bis 28. Oktober 1950<\/li>\n<li>Heinz Sieber 29. Oktober 1950 bis 31. Oktober 1953<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 1.September 1930 wird Winzeln Filiale (Tochtergemeinde) von Pirmasens. Die Kirchengemeinde bekommt ein eigenes Presbyterium, das \u00fcber die Belange der Gemeinde selbst\u00e4ndig entscheiden kann (Bauvorhaben, Finanzmittel, etc.). Gersbach bleibt weiterhin als Parochialgemeinde der Pfarrei Pirmasens zugeordnet. Beide Gemeinden werden nach wie vor vom Stadtvikariat zwei betreut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem im Herbst 1933 in Winzeln die Protestantische Kirche eingeweiht worden war, fand im darauffolgenden Jahr erstmal die Konfirmation der Gersbacher und Winzler Konfirmanden in den jeweiligen Ortsgemeinden statt: in Winzeln in der Kirche, in Gersbach im Betsaal. Diese Regelung wurde au\u00dfer in den Kriegsjahren (1941 bis 1945 fand die Konfirmation in der Winzler Kirche statt) f\u00fcr die folgende Zeit beibehalten. Die Jahre zuvor waren die Jugendlichen beider D\u00f6rfer entweder in der \u201cUnteren Kirche\u201d oder in der \u201cOberen Kirche\u201d konfirmiert worden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem 31. Oktober 1953 \u00e4nderte sich f\u00fcr die Gemeinden Winzeln und Gersbach vieles. Winzeln wird auf Beschluss der Protestantischen Kirchenregierung der Pfalz zum 1. November 1953 zur Pfarrei mit eigener Pfarrstelle erhoben. Gersbach bleibt noch Parochialort von Pirmasens, wird aber bereits durch den Pfarrer der Pfarrei Winzeln mitbetreut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gersbach als Filialgemeinde von Winzeln<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom 1. November 1953 bis 15. Januar 1954 versorgte Vikar Heinz Sieber die Pfarrei Winzeln und die Gemeindeglieder in Gersbach, am 16. Januar 1954 \u00fcbernahm dann Karl-Heinrich Weil\u00a0 als erster\u00a0 Pfarrer die neuerrichtete Pfarrstelle. Seit seinem Dienstantritt betreute Pfarrer Weil nicht nur die Winzler Gemeindeglieder seelsorgerlich, sondern selbstverst\u00e4ndlich war er auch f\u00fcr die Gersbacher Protestanten als Seelsorger da, obwohl Gersbach noch als Parochialort (bis zum 7. September 1955) zu Pirmasens geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 10. April 1954 erhielt der Parochialort Gersbach von der Kirchenregierung das Recht, wie eine Tochtergemeinde ein selbst\u00e4ndiges Presbyterium zu w\u00e4hlen. Der Weg zur Eigenst\u00e4ndigkeit Gersbachs war damit ge\u00f6ffnet. Am 13. Juni 1954 wurden folgende Presbyter gew\u00e4hlt: Alois Schmidt, Emil Glahn, August Weber, Emil Kunz, Heinrich Scheerer und Hugo Sprau. Zu den Aufgaben des Presbyteriums geh\u00f6rten unter anderem die Beratungen des Haushalts, die Besch\u00e4ftigung mit den Gottesdienstterminen an den Feiertagen und die Frage \u00fcber die Konfirmation in Gersbach (etwa Konfirmation 1956 mit Winzeln zusammenlegen?). Bald darauf durfte sich das Presbyterium auch mit der Frage des Kirchenbaus auseinandersetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Weg zur eigenen Kirche<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 9. M\u00e4rz 1955 wurde der seit 1916 bestehende Kirchenbauverein wieder reaktiviert. Im Lokal Zimmermann w\u00e4hlten die Anwesenden Gersbacher folgende Personen in den Vorstand beziehungsweise in den Ausschu\u00df: Wilfried Ringling, Hugo Sprau, Heinz M\u00f6rschel, Karl Franzreb, Fritz Kn\u00f6rzer und Andreas Gruber. Au\u00dferdem geh\u00f6rte das gesamte Presbyterium dem Ausschu\u00df an. Zun\u00e4chst sprach man von einem Um- oder Neubau des alten Betsaales &#8211; er ist seit 1916 als Kirche genutzt worden &#8211; , der Eigentum der politischen Gemeinde war, schlie\u00dflich wollte man in der Kirchengemeinde einen \u201cw\u00fcrdigen gottesdienstlichen Raum\u201d.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 7. Mai 1955 fand eine Ortsbesichtigung durch Oberbaurat Stahl, Architekt Hummel, Pfarrer Weil und Presbyter Weber statt, die die Frage Umbau oder Neubau kl\u00e4ren sollte. Nach einigem Z\u00f6gern und der ablehnenden Haltung der Landeskirche den Umbauvorschl\u00e4gen gegen\u00fcber entschieden sich Kirchenbauverein und Presbyterium f\u00fcr einen Kirchenneubau. So konnte die Suche nach geeignetem Bauland beginnen. Doch dieses Unterfangen gestaltete sich schwieriger als zun\u00e4chst erwartet. Das Hin und Her bei der Suche nach dem rechten Bauplatz sollte durch einen Gemeindebeschluss vom 28. Mai 1957 beendet werden. Die Ortsgemeinde bot der Kirchengemeinde den Denkmalplatz als Kirchenbauplatz an, eigentlich eine sch\u00f6ne Stelle mitten im Dorf, aber das Vorhaben, hier eine Kirche zu bauen, scheiterte am Widerstand zahlreicher Gersbacher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So stand Anfang 1958 die Kirchengemeinde also immer noch ohne passenden Bauplatz da. Und es sollte noch einige Zeit ins Land ziehen, bis endlich ein Baugrundst\u00fcck gefunden wurde. 1965 erhielt schlie\u00dflich die Kirchengemeinde von der politischen Gemeinde in der Waldstra\u00dfe ein Bauplatzgel\u00e4nde von 65 Meter Tiefe und 36 Meter Breite im Tausch gegen den Denkmalplatz und die protestantische Schulgrundst\u00fccke. Endlich waren die Voraussetzungen f\u00fcr den Kirchenbau geschaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 30. Oktober 1966 erfolgte die Grundsteinlegung f\u00fcr die Gersbacher Kirche. Wegen der turbulenten Vorgeschichte sollte die Kirche den Namen \u201cFriedenskirche\u201d tragen, um damit zu verdeutlichen, da\u00df eine christliche Gemeinde nur dann glaubw\u00fcrdig ist, wenn sie in ihren Reihen bei aller Unterschiedlichkeit der Meinungen Frieden bewahren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um den Bau \u00fcberhaupt erst zu erm\u00f6glichen, waren zahlreiche Spenden n\u00f6tig, die die Mitglieder des Kirchenbauausschusses durch vier Sammlungen zusammentrugen. Erfreulicherweise fanden sich vier Glockenspender &#8211; Familie Jakob Hildenbrand, Familie Rudolf und Paul Scherer, Familie Kurt G\u00f6ttel, Familie Jakob Weber -, so dass die Kirche mit einem gro\u00dfen Gel\u00e4ut ausgestattet werden konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Grundsteinlegung dauerte es noch eineinhalb Jahre, bis die Kirche am 24. M\u00e4rz 1968 eingeweiht werden konnte. Ein feierlicher Zug f\u00fchrte die Gemeinde vom alten Betsaal zur neuen Kirche. Sieben Jahre nach der feierlichen Einweihung konnte auch die lang ersehnte Kirchenorgel in Dienst gestellt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch eine Innenrenovierung im Sommer 1993 konnte in der Friedenskirche ein neuer Raum f\u00fcr die Gemeindearbeit geschaffen werden. Einige Verbesserungen im Innern sowie eine gr\u00fcndliche Au\u00dfenrenovierung (Betonsanierung und Anstrich) stehen noch an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Stelleninhaber der Pfarrei Winzeln<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erster Stelleninhaber der neu eingerichteten Pfarrei war Karl-Heinrich Weil. Vom 16. Januar 1954 bis zum 15. April 1969 versah er den Pfarrdienst in beiden Gemeinden. Seine Frau Chlothilde Helga Weil unterst\u00fctzte ihn bei seiner Arbeit, so k\u00fcmmerte sie sich intensiv um die Jugend. In die Amtszeit Pfarrer Weils fiel der Bau der Friedenskirche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 27. Juli 1969 trat Pfarrer Karl Schappert die Nachfolge von Pfarrer Weil an. Wie schon Frau Weil k\u00fcmmerte sich auch Frau Johanna Schappert ausf\u00fchrlich um die Kinder- und Jugendarbeit. W\u00e4hrend der Amtszeit Pfarrer Schapperts wurde die Orgel f\u00fcr die Gersbacher Kirche angeschafft. Im Sommer 1990 trat Pfarrer Schappert aus Gesundheitsgr\u00fcnden vorzeitig in den Ruhestand. In der Vakanzzeit bis Mai 1991 betreuten Pfarrer Bernd Renner und Pfarrerin Petra Armbrust die beiden Gemeinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit 1. Mai 1991 verwalteten Pfarrerin Birgit Kiefer und Pfarrer Thomas Kiefer gemeinsam die Pfarrstelle. Mit Wirkung vom 16. Dezember 1995 sind sie zusammen Stelleninhaber. In einem feierlichen Gottesdienst am 28. Januar 1996 in der Gersbacher Friedenskirche wurde das Pfarrerehepaar durch Dekan Sch\u00e4fer in sein Amt eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aktivit\u00e4ten in der Kirchengemeinde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht nur die regelm\u00e4\u00dfigen \u201cnormalen\u201d Gottesdienste machen das Gersbacher Gemeindeleben aus, zahlreiche weitere Veranstaltungen bestimmen die Gemeindearbeit. So findet seit 1991 nach einer recht langen Pause &#8211; in der Dienstzeit Pfarrer Weils gab es schon einmal Kindergottesdienste &#8211; wieder sonntags der Kindergottesdienst statt. Er wird von Mitarbeiterinnen aus dem Dorf\u00a0 und Pfarrerin Birgit Kiefer vorbereitet und gehalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch in der Jugendarbeit tut sich wieder etwas: Nach zahlreichen Versuchen in den letzten 40 Jahren besteht seit 1994 wieder eine Jugendgruppe, die sich unter Leitung von Pfarrer Thomas Kiefer jede zweite Woche trifft. Aus diesem Kreis fanden sich dann drei Jugendliche (Cathrin Kn\u00f6rzer, Claudia Kreutz und Bianca Brenner), die seit September 1995 eine Gruppenstunde f\u00fcr Erst- und Zweitkl\u00e4\u00dfler leiten. Ohne die Mithilfe von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ist eine umfangreiche Gemeindearbeit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Frauenkreis, der sich jede vierte Woche trifft, ist schon seit vielen Jahren fester Bestandteil des Gersbacher Gemeindelebens. Biblische und theologische Themen bilden den Schwerpunkt bei den Treffen, aber auch der Austausch \u00fcber das gottesdienstliche Geschehen interessiert und neue Gestaltungselemente des Gottesdienstes kommen nicht zu kurz. Die Mitglieder des Frauenkreises helfen gerne bei den besonderen Veranstaltungen unserer Kirchengemeinde, etwa beim Gemeindefest, das seit 1993 regelm\u00e4\u00dfig stattfindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu den festen Aktivit\u00e4ten der Kirchengemeinden Winzeln und Gersbach geh\u00f6ren seit 1981 Jugendfreizeiten, die Jugendliche aus beiden Gemeinden schon nach Griechenland, S\u00fcdfrankreich, Stralsund und nach Gerolstein f\u00fchrten. Solche Freizeiten k\u00f6nnen selbstverst\u00e4ndlich, wie so vieles andere auch, nur mit dem entsprechenden Mitarbeiterkreis geplant und durchgef\u00fchrt werden. Zum Gl\u00fcck gibt es in beiden Gemeinden immer genug Mitarbeiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit 1993 bereichern Wochenendfreizeiten f\u00fcr Familien mit Kindern das Angebot unserer Kirchengemeinde. Familien haben die M\u00f6glichkeit sich &#8211; besser &#8211; kennenzulernen und ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Wanderungen, Bastelangebote f\u00fcr die Kinder, Erkunden der Gegend und ein<\/p>\n<p>Familiengottesdienst geh\u00f6ren zum festen Programm dieser Freizeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;`s Kerchebl\u00e4ddche&#8220;, der Gemeindebrief der beiden Kirchengemeinden, informiert viertelj\u00e4hrlich \u00fcber alles, was in Gersbach und Winzeln an kirchlicher Arbeit l\u00e4uft. Wie schon w\u00e4hrend der Dienstzeit von Pfarrer Schappert liegt die Redaktion &#8211; noch immer &#8211; vollst\u00e4ndig in den H\u00e4nden des Pfarrers und der Pfarrerin. Auch in diesem Bereich w\u00fcrde ein Mitarbeiterkreis sicher eine Bereicherung bedeuten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein wichtiger Kreis in der Gemeindearbeit soll nat\u00fcrlich nicht vergessen werden, das Presbyterium. Dieses Leitungsgremium tr\u00e4gt Verantwortung f\u00fcr die Arbeit in der Kirchengemeinde. Zur Zeit sind Friedrich Rothhaar, Walter Gruber, Erich Seebald, Karl-Heinz Sandau, Rosemarie Giersberg, Steffen Hever und Gisela Hinz Presbyter in unserer Kirchengemeinde. Gemeinsam mit Pfarrer Kiefer nehmen sie die Leitung der Kirchengemeinde wahr.<\/p>\n<p>nbsp; \/p\/p<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 05 &nbsp; Die Protestantische Kirchengemeinde Gersbach &nbsp; Von Pfarrer Thomas Kiefer &nbsp; Dieser Beitrag zur Geschichte der Protestantischen Kirchengemeinde Gersbach kann nicht umfassend die kirchliche und kirchengeschichtliche Entwicklung Gersbachs <span class=\"readmore\"><a href=\"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=116\">Weiterlesen\u00a0\u2026<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":15,"menu_order":7,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"_mc_calendar":[],"footnotes":""},"class_list":["post-116","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P7TYLF-1S","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=116"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":172,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/116\/revisions\/172"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/15"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}