{"id":120,"date":"2015-01-04T02:02:55","date_gmt":"2015-01-04T01:02:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=120"},"modified":"2015-01-04T17:02:52","modified_gmt":"2015-01-04T16:02:52","slug":"kapitel-07-die-gersbacher-gemarkung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=120","title":{"rendered":"Kapitel 07 &#8211; Die Gersbacher Gemarkung"},"content":{"rendered":"<p>Kapitel 07<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gersbacher Gemarkung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Arno Schmitt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als die Gersbacher in fr\u00fcheren Jahren noch \u00fcberwiegend von der Landwirtschaft lebten, kannte wohl jeder B\u00fcrger des kleinen Bauerndorfes die Gersbacher Flur, die Gemarkungsgrenzen und nat\u00fcrlich auch die Gewanne. Schlie\u00dflich war die Kenntnis, gerade \u00fcber die Gewanne, f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit eine Grundvoraussetzung. Was h\u00e4tte ein Bauernjunge gemacht, wenn er zur Feldarbeit auf den elterlichen Acker auf dem \u201cEselskopf\u201d geschickt wurde und er die genaue Lage des Gewanns nicht gekannt h\u00e4tte?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das fr\u00fcher fast schon lebenswichtige Wissen \u00fcber die Flur mit ihren vielen Gewannen ist heute l\u00e4ngst zum \u201eInsider-Wissen\u201c geworden. Gerade j\u00fcngere B\u00fcrger kennen kaum noch die Gewannenamen, geschweige denn ihre Lage. Und wer fremd nach Gersbach kommt, staunt sicher \u00fcber die Gemarkungsgrenze, die sich weder an heutige Wege noch moderne Vorstellungen h\u00e4lt. Wer wei\u00df schon, dass die Hexenklamm nicht mehr auf Gersbacher, sondern Windsberger Gemarkung liegt? Wer h\u00e4tte gedacht, dass die Eichelsbacher M\u00fchle seit Urzeiten zu Gersbach und nicht zu Winzeln geh\u00f6rt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Kapitel soll aufkl\u00e4ren \u00fcber die Gersbacher Gemarkung, indem zun\u00e4chst auf recht einfache Art und Weise die Gemarkungsgrenze des Ortes beschrieben wird. Daran anschlie\u00dfend wird die Lage der einzelnen Gewannen im Gersbacher Bann erl\u00e4utert, wobei auch &#8211; soweit es noch nachvollzogen werden kann &#8211; Namen und Begriffe erkl\u00e4rt werden sollen. Zuvor jedoch noch eine kurze Erkl\u00e4rung der drei entscheidenden Begriffe dieses Kapitels:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Flur &#8211; die Flur ist die zu einem Ort geh\u00f6rige landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che (\u00c4cker, Dauerwiesen, Weiden, Rebanlagen), auch Feldgemarkung genannt.<\/p>\n<p>Gemarkung &#8211; die Gemarkung steht urspr\u00fcnglich f\u00fcr Markung, Grenze, sp\u00e4ter auch f\u00fcr Feldmark. Heute wird der Begriff auch f\u00fcr Gemeindegebiet gebraucht. Eine alte Bezeichnung f\u00fcr Gemarkung ist der Bann.<\/p>\n<p>Gewann &#8211; das Gewann ist ein Abschnitt der Gemarkung, der unter mehrere Besitzer streifenf\u00f6rmig aufgeteilt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gersbacher Gemarkungsgrenze<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Ortseingang, von Winzeln kommend, wollen wir unsere Grenzbegehung der Gersbacher Gemarkung beginnen. Die Banngrenze f\u00fchrt zun\u00e4chst in die Senke zum Knoppbrunnen, direkt an die Winzler Flur grenzend. Vom Brunnen aus folgt sie dem Wasserlauf in das Gro\u00dfheimer Tal, wo sie auf die Pirmasenser Gemarkung st\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grenzverlauf zieht sich durch das Gro\u00dfheimer Tal, bis dieses in das Bl\u00fcmelstal m\u00fcndet. Dem Bl\u00fcmelsbach folgend, verl\u00e4uft die Gemarkungsgrenze durch den Talgrund, wo sie ab der Gro\u00dfkl\u00e4ranlage der Stadt Pirmasens auf den Fehrbacher Bann trifft. Nach dem Fehrbacher K\u00e4sberg grenzt die Gersbacher Gemarkung, immer noch den Bl\u00fcmelsbach als Grenzbach nutzend, ab der Furt an die Hengsberger Flur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gemarkungsgrenze verl\u00e4sst den Bl\u00fcmelsbach etwa 100 Meter oberhalb der Hengsberger Br\u00fccke. Jetzt an den Windsberger Bann angrenzend, klettert sie den H\u00f6henr\u00fccken des Gerhardsecks hoch und st\u00f6\u00dft nach einer kleinen Freifl\u00e4che bald auf den Hochwald. An der Waldgrenze entlang zieht sich die Gersbacher Gemarkung, zwischendurch die Dell\u00e4cker durchschneidend, bis zum Weberhof.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dort \u00fcberquert sie die Kreisstra\u00dfe, die nach Windsberg f\u00fchrt, und trifft auf den Breitsitterswald am Sportplatz. Nach einem kurzen St\u00fcck am Waldrand entlang zweigt die Gemarkungsgrenze oberhalb der Hexenklamm, die selbst noch auf Windsberger Bann liegt, in den Breitsitterswald ab. Sie f\u00fchrt quer durch den Wald zum Eselskopf, von dort am Waldrand entlang und steigt durch die Eselsklamm hinab in das Felsalbtal bis zum gleichnamigen Bach, der eine nat\u00fcrliche Grenze zur Vinninger Gemarkung bildet. Sie grenzt bis zur Eichelsbacher M\u00fchle an den Gersbacher Bann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch das Eichelsbacher Tal f\u00fchrt die Gemarkungsgrenze nun bis zur<\/p>\n<p>Hungerb\u00fchler Klamm, von der sie sich zum heutigen Gersbacher Gewerbegebiet am Wiesel hochzieht. Von dort f\u00fchrt sie am Ortsrand entlang zur\u00fcck bis zum Ortseingang aus Richtung Winzeln, wo unsere Grenzbegehung begann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gewanne der Gemarkung Gersbach<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unseren Rundgang \u00fcber die Gewanne der Gersbacher Gemarkung beginnen wir wieder am Ortseingang, von Winzeln kommend. \u00d6stlich am Ortsrand liegt das Gewann \u201cAm Knoppbunnen\u201d, das seine Bezeichnung vom unterhalb entspringenden Knoppbrunnen erhalten hat. Der Name \u201cKnopp\u201d r\u00fchrt von einem wie ein Knopf geformten Bergr\u00fccken auf Winzler Gemarkung her. Der obere Bereich des Gewanns, direkt am Ortsrand, wird normalerweise als \u201cWertespitze\u201d bezeichnet, mundartlich ist manchmal auch \u201cHertespitz\u201d zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Talabw\u00e4rts, unterhalb des Knoppbrunnens, schlie\u00dft sich das Gro\u00dfheimer Tal an. Zwischen der heutigen Sangstra\u00dfe und dem Gro\u00dfheimer Tal liegt das Gewann \u201cAuf der Sang\u201d. Sein Name geht auf \u201csengen\u201d als Wort f\u00fcr das Brandroden zur\u00fcck, so dass es sich hierbei um einen gerodeten Berg handelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nordostlich davon folgt das Gewann \u201cAm Bildst\u00f6ckel\u201d. Mit \u201cBildst\u00f6ckel\u201d wird normalerweise ein Heiligenbild auf einem h\u00f6lzernen Stock bezeichnet. Beim Gersbacher \u201cBildst\u00f6ckel\u201d wird in der Heimatforschung allerdings auch von einem heidnischen Steinbild aus keltisch-r\u00f6mischer Zeit gesprochen. Zwischen den Gewannen \u201cAuf der Sang\u201d und \u201cAm Bildst\u00f6ckel\u201d liegen die kleineren Gewanne \u201cAm Hut\u201d und \u201cTalberg\u201d oberhalb des Gro\u00dfheimer Tals. Mit dem Zusammentreffen des Gro\u00dfheimer und des Steinbachtals beginnt das Bl\u00fcmelstal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwischen dem Gewann \u201cAm Bildst\u00f6ckel\u201d und dem Bl\u00fcmelstal zieht sich unterhalb des Eischbergs am Hang das Gewann \u201cln der Apfeldell\u201d entlang. Daran schlie\u00dft sich zwischen dem Tal und dem Eischbergplateau &#8211; mundartlich \u201cUff de Platt\u201d genannt &#8211; das Gewann \u201cAuf dem S\u00e4\u00df\u201d am Hang an. Dort hat sich nach alten \u00dcberlieferungen in fr\u00fcherer Zeit einmal eine Ansiedlung befunden, was auch eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr den Gewannenamen &#8211; \u201cS\u00e4\u00df\u201d von se\u00dfhaft &#8211; sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201cKalmannsbrunnen\u201d &#8211; ein Name, zwei Deutungen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das eigentliche Gewann \u201cAuf dem Eischberg\u201d, ein gro\u00dfes Flurst\u00fcck mit mehreren Teilgewannen, die im Dorf eigene Namen erhielten, liegt zwischen dem Eischbergweg, dem Gewann \u201cAuf dem S\u00e4\u00df\u201d, dem Bl\u00fcmelstal und der Atzbach. Zu den Teilgewannen geh\u00f6rt der \u201cWelschenberg\u201d, ein Waldbereich am Hang oberhalb der Furt. An das Waldst\u00fcck schlie\u00dft sich \u201cAn den Back\u00f6fen\u201d an, ein weiteres Teilgewann. Sein Name ist auf Brenn\u00f6fen aus vergangener Zeit, die an dieser Stelle standen, zur\u00fcckzuf\u00fchren, in denen vermutlich Keramikwaren oder Baumaterialien gebrannt wurden. Gest\u00fctzt wird diese Annahme durch die vorhandenen Lehmb\u00f6den im oberen Eischberg und die Waldvorkommen in dieser Gegend, die vor vielen Jahrhunderten das Brennmaterial f\u00fcr die \u00d6fen lieferten. Das Teilgewann auf dem h\u00f6chsten Punkt des Eischberges wird im Volksmund \u201cUff de Platt\u201d genannt. Zwischen dem \u201cDicken Baum\u201d und der \u201cPlatt\u201d befindet sich das Teilgewann \u201cDie lange Ahnung\u201d. Ebenfalls zum Flurst\u00fcck \u201cAuf dem Eischberg\u201d geh\u00f6rt das Teilgewann \u201cKalmannsbrunnen\u201d, dessen Name vom gleichnamigen Brunnen herr\u00fchrt. Weil er auch als \u201cKalmusbrunnen\u201d bekannt ist, ergeben sich zwei Namensdeutungen: einmal \u201cKalmannsbrunnen\u201d als \u201cBrunnen des Karl\u201d oder von der gelben Wasserlilie, auch \u201cfalscher Kalmus\u201d genannt, herr\u00fchrend. Diese Pflanze k\u00f6nnte fr\u00fcher an diesem Platz durchaus gewachsen sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oberhalb des Riegelwieser Brunnens liegt das Gewann \u201cIn der Wannwiese\u201d, an das sich die Riegelwiese anschlie\u00dft. In dieser Wiese steht der \u201cDicke Baum\u201d, der allein von einer fr\u00fcheren Baumgruppe \u00fcbriggeblieben ist. Dieser Bereich wird auch als \u201cSchafunter\u201d bezeichnet, weil unter den B\u00e4umen fr\u00fcher die Schafe Schutz fanden. Au\u00dferdem befindet sich in diesem Gebiet der eigentliche Riegelwieser Brunnen. Seine Namensdeutung h\u00e4ngt eng zusammen mit dem anschlie\u00dfenden Gewann \u201cAm Riedelwieser Brunnen\u201d, dessen Bezeichnung sich auf Ried (Schilfrohr), das in diesen Feuchtwiesen wuchs, zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst. Eventuell hat nur eine ver\u00e4nderte Schreibweise aus dem Riedelwieser den Riegelwieser Brunnen gemacht. Die \u201cPeter-Adams-Klamm\u201d ist Bestandteil des Gewanns \u201cAm Riedelwieser Brunnen\u201d.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u201cAtzbach\u201d zieht sich von \u201cAm Riegelwieser Brunnen\u201d hinunter in das Bl\u00fcmelstal. Sie erhielt vermutlich ihren Namen von einer alten Ansiedlung in diesem Bereich. Wie der ehemalige Gersbacher Lehrer Adolf Rothhaar berichtet, hat sich nach alten \u00dcberlieferungen diese Siedlung zwischen Eischberg und Kohlberg befunden. Unterhalb der \u201cAtzbach\u201d schlie\u00dft sich das Gewann \u201cOben an der Pelzm\u00fchle\u201d, auch \u201cBuschel\u201d genannt, der tiefste Punkt in der Gemarkung Gersbach mit zirka 266 Metern, an. Die Bezeichnung \u201cBuschel\u201d ist mit dem fr\u00fcher hier vorkommenden Schilfbestand zu erkl\u00e4ren. Das Gewann \u201cKohlberg\u201d oberhalb der \u201cAtzbach\u201d beginnt an dem Gewann \u201cAm Riedelwieser Brunnen\u201d und zieht sich im Hangbereich bis zum Fehrbacher Weg hin.<\/p>\n<p>Das Gel\u00e4nde an der Weggabelung von Fehrbacher und Erlenrechweg wird \u201cJakobsruhe\u201d genannt, nach dem Jagdp\u00e4chter und sp\u00e4teren Besitzer Jakob Hildenbrand: Er hatte sich an dieser Stelle eine Ruhebank errichtet und ihr diesen Namen gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Scheuerwald: Einst Schutzh\u00fctte in der Waldweide?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Links des Fehrbacher Weges beginnt das Gewann \u201cAm Scheuerwald\u201d, das den Bergr\u00fccken zwischen der Atzbach und dem Tal des Gersbaches umfa\u00dft, ausgenommen der bewaldete Hang oberhalb des Gersbaches, der \u201cDachsteiner Rech\u201d genannt wird. Sein Name r\u00fchrt von Felsen her, unter denen Dachse siedelten. Auf alten Karten ist auch noch die urspr\u00fcngliche Bezeichnung \u201cDachssteiner Rech\u201d vermerkt, wobei im Laufe der Jahrhunderte ein \u201cs\u201d verloren ging. Um eine uralte Bezeichnung handelt es sich beim Scheuerwald, denn schon 1564 hat Tilemann Stella in einer Landkarte dieses Gewann als \u201cGersbacher Scheuerbusch\u201d bezeichnet. Der Name k\u00f6nnte auf eine \u201cScheuer\u201d, eine H\u00fctte oder ein Unterstand, in der damaligen Waldweide hindeuten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oberhalb des Scheuerwaldes schlie\u00dft sich das Gewann \u201cAuf den Erlen\u201d an, das nord\u00f6stlich bis zum jetzigen Neubaugebiet reicht. Sein Name r\u00fchrt von einem fr\u00fcheren Erlenbestand her. Ein Teilst\u00fcck im unteren Bereich dieses Gewanns wird als \u201cHertewies\u201d bezeichnet, weil dort fr\u00fcher die Hirten ihre Viehherden weideten. Als \u201cErlenrech\u201d wird der Hang zur Wannwiese bezeichnet. \u201cAuf der Hut\u201d wird das Gewann zwischen den beiden Gewannen \u201cAuf den Erlen\u201d und \u201cAuf der Sang\u201d genannt. In ihr ist auch der h\u00f6chste Punkt im Gersbacher Bann mit etwa 392 Metern zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oberhalb des Serrgassenweges liegt das Gewann \u201cOber der Scheuergasse\u201d. Fr\u00fcher f\u00fchrte diese Gasse in den Scheuerwald. Unter der Gasse schlie\u00dft sich das Gewann \u201cUnten an der Serrgasse\u201d an, im Volksmund auch \u201cKohlberg\u201d genannt. Begrenzt wird dieses Gewann von der sogenannten \u201cSchl\u00e4f\u201d, einem Wasserlauf, der das Gel\u00e4nde ausgeschliffen hat, was auch den Namen erkl\u00e4ren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unterhalb des Talweges bis zur B\u00fchlklamm liegt das Gewann \u201cNeuwiese\u201d. Es grenzt an das Gewann \u201cIm B\u00fchl\u201d, das sich unterhalb des Ortsbereichs am Hang entlang zieht, im Talbereich auch B\u00fchlklamm genannt. Erst ab dem Talbrunnen nennt sich der Wasserlauf Gersbach, der auch dem Gewann im Talbereich den Namen \u201cIm Gersbach\u201d gibt, im Volksmund nach dem gleichnamigen Felsen auch \u201cWallerschdetal\u201d &#8211; in der Schriftsprache \u201cWallersteintal\u201d &#8211; genannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur\u00fcckgekehrt zur Gemarkungsgrenze am Bl\u00fcmelsbach, erstreckt sich das Gewann \u201cAm Gerhardseck\u201d zwischen dem Bl\u00fcmelsbach und der Gemarkungsgrenze am Windsberger Hochwald. Daran schlie\u00dft sich der \u201cHintere Rimschberg\u201d an, der wiederum an die \u201cDell\u00e4cker\u201d grenzt. Unterhalb dieses Gewanns befinden sich die Stollen aus dem Zweiten Weltkrieg, unter denen der \u201cRundrum\u201d, ein rundes Hanggel\u00e4nde, liegt. Die \u201cDell\u00e4cker\u201d &#8211; fr\u00fcheres Ackergel\u00e4nde in einer Gel\u00e4ndeeinbuchtung &#8211; reichen von oberhalb der Stollen bis zur Gemarkungsgrenze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An sie schlie\u00dft sich der \u201cVordere Rimschberg\u201d an, der vom Windsberger Hochwald bis zur B\u00fchlklamm reicht. Ein Teilgewann davon ist oberhalb der heutigen Wehrmachtstra\u00dfe der \u201cBremmenkopf\u201d, wo fr\u00fcher Bremmen, also Ginsterb\u00fcsche, vermehrt gestanden haben. Zwischen dem vorderen Rimschberg\u00a0 und der heutigen\u00a0 Kreisstra\u00dfe liegt das Gewann \u201cAuf dem Kreuzb\u00e4umel\u201d, wobei sich der Name auf einen mit Wegweisern gespickten Baum an einer Wegkreuzung zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4\u00dft. Die Kreisstra\u00dfe selbst wurde in fr\u00fcheren Zeiten an dieser Stelle auch \u201cSchlimmgasse\u201d genannt, wohl wegen der schwierigen Wegstrecke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gewann \u201cHarzofen\u201d liegt zwischen dem Sportplatz und der Kreisstra\u00dfe. Sein Name geht auf die Pechherstellung in der N\u00e4he des Ortes Gersbach auf diesem Gel\u00e4nde zur\u00fcck. An dieses Gewann schlie\u00dft sich \u201cAuf Stuppern\u201d an, das von der Rotm\u00fchlstra\u00dfe (Kreisstra\u00dfe), dem Hornbacher Weg und dem \u201cEichenweg\u201d unterhalb des neuen Friedhofs begrenzt wird. Das Gel\u00e4nde zwischen dem Hornbacher Weg und dem \u201cBreitsitterswald\u201d ist auf alten Karten als eigenes kleines Gewann \u201cAuf dem Schlimmacker\u201d eingezeichnet, wird im Volksmund aber stets dem Gewann \u201cAuf Stuppern\u201d zugeordnet. In dieser kleinen Senke entspringt ein Wasserlauf, der gemeinsam mit weiteren kleinen Rinnsalen sp\u00e4ter den Gersbach bildet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201cZuhang\u201d: In fr\u00fcherer Zeit ein jagdfreier Wald?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eines der gr\u00f6\u00dften Gewanne auf Gersbacher Gemarkung ist der \u201cBreitsitterswald\u201d, der einzige Staatsforst in Gersbach. Er zieht sich vom Sportplatz an der Gemarkungsgrenze zu Windsberg entlang. Zun\u00e4chst sind Gewann-, Gemarkungs- und Waldgrenze identisch, dann aber biegt, knapp oberhalb des Beginns der Hexenklamm, die Gemarkungsgrenze, immer auch noch Gewanngrenze, in den Wald ab. Beide f\u00fchren quer durch das Waldgebiet bis zum Eichenweg, der den Breitsitterswald durchschneidet, bis er am neuen Friedhof endet. In fr\u00fcheren Zeiten war er der Hauptverbindungsweg vom Dorf ins Felsalbtal zur Papierm\u00fchle, gemeinsam mit dem Eselspfad, der ihn an der Waldgrenze abl\u00f6ste und ins Tal f\u00fchrte. Die Gewanngrenze des Breitsitterswald ist ab dieser Stelle identisch mit der Asphaltstra\u00dfe, die zum neuen Friedhof f\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Name \u201cBreitsitters\u201d l\u00e4\u00dft sich mit \u201cbreiter, langgezogener Wald\u201d deuten. Jedenfalls handelt es sich beim Breitsitterswald um eine sehr alte Bezeichnung, die schon 1564 in der Karte der Region des schwedischen Generals Tilmann Stella erscheint. Mundartlich hat der Breitsitterswald jedoch eine v\u00f6llig andere Bezeichnung erhalten, denn normalerweise wird vom \u201cZuhang\u201d gesprochen. Dabei k\u00f6nnte es sich in fr\u00fcheren Zeiten um einen \u201czugeh\u00e4ngten Wald\u201d, also um einen jagdfreien Wald gehandelt haben. Dieser Tierwald war also, wird dieser Vermutung gefolgt, f\u00fcr die J\u00e4ger \u201czugeh\u00e4ngt\u201d, sprich verboten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gewann \u201cGersbacher Eselskopf\u201d beginnt auf der H\u00f6he am Breitsitterswald, wird von der Esels- und der Eisklamm begrenzt und endet im Felsalbtal. Die \u201cEselsklamm\u201d, die ins Felsalbtal f\u00fchrt, wird auf ihrer anderen Seite durch die Gemarkungsgrenze zu Windsberg begrenzt. Beide Gewanne haben\u00a0 ihren Namen vom \u201cEselpfad\u201d, der 1500 urkundlich als Grenzweg der Waldmark Pirmasens unter der Bezeichnung \u201cEselspatt\u201d genannt ist. Auf diesem Weg wurden die Lasten zu und von den M\u00fchlen im Felsalbtal auf Eseln getragen. Der Eselspfad wird auf der H\u00f6he vom Eichenweg abgel\u00f6st, der durch den Breitsitterswald nach Gersbach f\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite des Eselskopfs f\u00fchrt die Eisklamm ins Felsalbtal, die schon zum Gewann \u201cAuf dem M\u00fchlberg\u201d geh\u00f6rt. Dieses Gro\u00dfgewann umfa\u00dft das gesamte Hanggel\u00e4nde unterhalb des Breitsitterswaldes zwischen Eisklamm, Felslabtal und Eichelsbacher Tal &#8211; gleichzeitig Gemarkungsgrenze zu Winzeln &#8211; und endet schlie\u00dflich vor dem heutigen Tennisgel\u00e4nde. Sie ist in mehrere kleine Teilgewanne aufgeteilt, die teilweise auch nur durch mundartliche Bezeichnungen bestimmt werden. Dazu geh\u00f6rt auch das Teilgewann \u201cAuf der Eichelsbacher M\u00fchle\u201d, das den direkt an den Talgrund der Eichelsbacher M\u00fchle angrenzenden Hang bezeichnet. Daran schlie\u00dft sich der \u201cBehmeswald\u201d an, der den Hang direkt oberhalb des Eichelsbacher Tales umfasst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abgel\u00f6st wird der M\u00fchlberg von einem neuerlichen Gro\u00dfgewann, dem \u201cHoorigen Wald\u201d, der von Tilmann Stella 1564 als \u201cHorichte Walt\u201d, 1765 auch als \u201cHohrech Wald\u201d in einer Urkunde erscheint. Diese letzte Bezeichnung k\u00f6nnte auf den Ursprung des Namens hinweisen, indem dieses Gel\u00e4nde fr\u00fcher ein \u201ch\u00f6riger Wald\u201d, ein \u201cherrschaftlicher Wald\u201d gewesen ist. Auch im \u201cHoorige Wald\u201d sind kleinere Teilst\u00fccke mit eigenen Gewannenamen bezeichnet. Darunter befindet sich das an den M\u00fchlberg angrenzende Teilgewann \u201cJohannispfuhl\u201d, nach einer bis vor einigen Jahren existierenden Mardelle benannt. An die Winzler Gemarkung grenzt das Teilgewann \u201cIm Wiesel\u201d.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von \u201cAlmen\u201d und \u201cHerrg\u00e4rten\u201d: Gewanne im Ortsbereich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wieder starten wir am Ortseingang, von Winzeln kommend, einen Rundgang \u00fcber die Gewanne, in diesem Fall im Ortsbereich. Die H\u00e4user rechts der Windsberger Stra\u00dfe befinden sich noch auf dem Gewann \u201cAm Knoppbrunnen\u201d. Daran schlie\u00dft sich das Gewann \u201cAuf der Sang\u201d an, das das Gel\u00e4nde rechts der Sangstra\u00dfe beinhaltet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rechts der Windsberger Stra\u00dfe, zwischen der Sang- und der Denkmalstra\u00dfe, schlie\u00dft sich das Gewann \u201cOben am Birkloch\u201d an. Immer noch rechts der Windsberger Stra\u00dfe folgt \u201cIm Birkloch\u201d, das von der Denkmalstra\u00dfe, dem Westring und der Stra\u00dfe \u201cAm Matzenberg\u201d begrenzt wird. Das Gel\u00e4nde links und rechts der Denkmalstra\u00dfe wird im Volksmund auch als \u201cAlmen\u201d bezeichnet. Der Name beruht auf der alten Bezeichnung \u201cAllmende\u201d, die \u201cgemeinsam benutztes Gemeindeland\u201d bedeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Westring und die Stra\u00dfe Am Matzenberg umschlie\u00dfen das kleine Gewann \u201cHerrg\u00e4rten\u201d. Sie waren einst die besten G\u00e4rten im Dorf, die von den wohlhabendsten Bauern bewirtschaftet wurden. Unterhalb der \u201cHerrg\u00e4rten\u201d befindet sich das Gewann \u201cFl\u00f6ssel\u201d, eine Senke bei der Alten Wirtschaft Sandt. Der Hangbereich rechts der Windsberger Stra\u00dfe bis zum Ortsausgang geh\u00f6rt zum Gewann \u201dIm B\u00fchl\u201d.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Links der Windsberger Stra\u00dfe, von Winzeln kommend, dehnt sich das Gewann \u201cIm Hoorigen Wald\u201d bis etwa zur B\u00e4ckerei M\u00fcller aus. Daran schlie\u00dft sich die \u201cSchlimmgasse\u201d an, die sich links der Windsberger Stra\u00dfe bis zum Aspentrog erstreckt. Zwischen der Windsberger Stra\u00dfe, der Rotm\u00fchlstra\u00dfe und dem Weg am Aspentrog befindet sich das kleine Gewannst\u00fcck \u201cAm Aspentrog\u201d. Schlie\u00dflich befindet sich im Ortsbereich auch das Gewann \u201cAm Sch\u00fctzenst\u00fcck\u201d, das zwischen dem Weg \u201cAm Aspentrog\u201d und der Stra\u00dfe \u201cIm Sch\u00fctzenst\u00fcck\u201d liegt. An der Stelle, an der sich die Gewanne \u201cIm Hoorigen Wald\u201d, \u201cSchlimmgasse\u201d und \u201cAm Sch\u00fctzenst\u00fcck\u201d treffen, stand bis etwa 1870 das Sch\u00fctzenhaus f\u00fcr den gemeindeeigenen Feldsch\u00fctzen.<\/p>\n<p>pAn sie schlie\u00dft sich der \u201cVordere Rimschberg\u201d an, der vom Windsberger Hochwald bis zur B\u00fchlklamm reicht. Ein Teilgewann davon ist oberhalb der heutigen Wehrmachtstra\u00dfe der \u201cBremmenkopf\u201d, wo fr\u00fcher Bremmen, also Ginsterb\u00fcsche, vermehrt gestanden haben. Zwischen dem vorderen Rimschberg\u00a0 und der heutigen\u00a0 Kreisstra\u00dfe liegt das Gewann \u201cAuf dem Kreuzb\u00e4umel\u201d, wobei sich der Name auf einen mit Wegweisern gespickten Baum an einer Wegkreuzung zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4\u00dft. Die Kreisstra\u00dfe selbst wurde in fr\u00fcheren Zeiten an dieser Stelle auch \u201cSchlimmgasse\u201d genannt, wohl wegen der schwierigen Wegstrecke.<\/p>\n<p>\/pp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 07 &nbsp; Die Gersbacher Gemarkung &nbsp; Von Arno Schmitt &nbsp; Als die Gersbacher in fr\u00fcheren Jahren noch \u00fcberwiegend von der Landwirtschaft lebten, kannte wohl jeder B\u00fcrger des kleinen Bauerndorfes <span class=\"readmore\"><a href=\"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=120\">Weiterlesen\u00a0\u2026<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":15,"menu_order":9,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"_mc_calendar":[],"footnotes":""},"class_list":["post-120","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P7TYLF-1W","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/120","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=120"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/120\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":174,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/120\/revisions\/174"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/15"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}