{"id":130,"date":"2015-01-04T02:16:30","date_gmt":"2015-01-04T01:16:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=130"},"modified":"2015-01-04T17:05:44","modified_gmt":"2015-01-04T16:05:44","slug":"kapitel-12-die-post-in-gersbach","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=130","title":{"rendered":"Kapitel 12 &#8211; Die Post in Gersbach"},"content":{"rendered":"<p>Kapitel 12<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Post in Gersbach<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Walter M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gersbacher Postgeschichte beginnt im Jahr 1816, denn bis zu diesem Jahr kann die Arbeit der Post zur\u00fcckverfolgt werden. Fr\u00fchere Aufzeichnungen sind nach heutiger Kenntnis nicht vorhanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis zum 30. April 1816 existierte eine Gelegenheitspost durch Kaufleute, die bei ihren Besuchen in Gersbach Briefe und Pakete mitbrachten oder in andere Orte mitnahmen. Erst ab dem 1. Mai 1816 wurde eine wirkliche Postversorgung eingerichtet, indem die Post durch die Kantonspost des Landratsamtes zun\u00e4chst zweimal, sp\u00e4ter dann dreimal w\u00f6chentlich besorgt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab dem 1. Oktober 1858 wurde Gersbach vom Postamt Pirmasens betreut. Bei Adam Bohrer wurde am 11. Februar 1899 eine erste Posthilfsstelle im Dorf eingerichtet. Im gleichen Jahr wurde eine weitere Postdienstleistung, eine entscheidende technische Neuerung in Gersbach eingef\u00fchrt: Mit dem 1. Juli 1899 nahm eine gemeindliche \u00f6ffentliche Telefonstelle bei August M\u00f6rschel die Arbeit auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon im Jahr 1901 begannen in Gersbach erste Bem\u00fchungen, eine eigene Postagentur ins Dorf zu holen. Der Winzler B\u00fcrgermeister &#8211; Gersbach geh\u00f6rte zu jener Zeit zum B\u00fcrgermeisteramt des Nachbarortes &#8211; hatte, im Auftrag des Gersbacher Gemeinderates, beim \u201cK\u00f6niglichen Ober-Post-Amt f\u00fcr die Pfalz\u201d angefragt, ob im Ort eine Postagentur er\u00f6ffnet werden k\u00f6nne. Am 25. November des gleichen Jahres lehnte das \u201cOber-Post-Amt\u201d schriftlich das Ersuchen ab, weil die bestehende Posthilfsstelle f\u00fcr den \u201cm\u00e4\u00dfigen Postverkehr\u201d des Dorfes gen\u00fcge. Erst sechs Jahre sp\u00e4ter, am 18. September 1907, genehmigte die \u201cK\u00f6nigliche Oberpostdirektion\u201d die Einrichtung einer solchen Postagentur, deren Zustellbezirk auf den Postort selbst beschr\u00e4nkt blieb. Sie wurde am 5. Oktober beim Postagenten Adam Bohrer er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab dem 11. Juli 1903 bestand eine mit dem Postdienst vereinigte Telegraphenanstalt. Schon am 4. November 1902 hatte das \u201cK\u00f6nigliche Ober-Post-Amt f\u00fcr die Pfalz\u201d eine Genehmigung f\u00fcr die Erweiterung der \u00f6ffentlichen Telefonstelle zu dieser \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Telegrafenanstalt gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den Jahren von 1898 bis 1928 bef\u00f6rderte die Postkutsche Briefe und Pakete auf der Strecke Pirmasens-Winzeln-Gersbach-Windsberg. Postkutscher Friedrich Krebs war auf dieser Strecke 30 Jahre unterwegs, bevor sie am 22. Januar 1928 von der neu er\u00f6ffneten Kraftpostlinie Pirmasens-Winzeln-Gersbach abgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schuhindustrie erlebte zu dieser Zeit auch im Ort einen gewaltigen Aufschwung, der sich gerade bei der Gersbach Post bemerkbar machte. Hunderte von Schuhpaketen wurden beim damaligen Postagenten Adam Bohrer eingeliefert. Der lange Hausflur war Lagerplatz, bis am Abend der Omnibus kam. Dann mussten die Pakete auf das Dach des Busses geworfen werden, was eine schwere Arbeit f\u00fcr den Postagenten war. Auch bei seinen Nachfolgern, zun\u00e4chst Robert Joas und danach Jakob Leibrock, standen t\u00e4glich bis zu 9oo Paketen zum Abtransport bereit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als sp\u00e4ter der Omnibus die vielen Pakete nicht mehr aufnehmen konnte, setzte das Postamt Pirmasens einen Paketwagen zum Transport ein. Irgendwann wurde f\u00fcr die heimischen Schuhfabriken die Wartezeit am Postschalter zu lang, so dass die Post auch Selbstbucher einf\u00fchrte: Firmen bekamen Nummern, versehen mit den Firmennamen, und die Pakete wurden dann ab Fabrik abgeholt. Diese Handhabung erfolgte jedoch nur in gro\u00dfen Firmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 1. Oktober 1951 wurde Walter M\u00fcller zum Posthalter vereidigt. Knapp 16 Jahre sp\u00e4ter, ab 1. August 1967, wurde die Poststelle vergr\u00f6\u00dfert. Die Wochenstunden mussten erh\u00f6ht werden und die \u201cPunktzahlen\u201d des Verkaufs an Wertzeichen, Invalidenmarken, Fahrkarten, das Einziehen von Rundfunk- und Zeitungsgeb\u00fchren und das Ausstellen von Postsparb\u00fcchern stiegen st\u00e4ndig. Die Wochenstunden wurden auf 56 erh\u00f6ht und die Poststelle war nahe daran, ein Zweigpostamt zu werden. 1972 wurde auch eine beschusssichere Schalteranlage eingebaut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab 3. September1973 \u00fcbernahm das Postamt Pirmasens die Zustellung unter der neuen Bezeichnung \u201cAnnahmepoststelle 1, 6780 Pirmasens 22\u201d. Die \u201cPunktzahlen\u201d und Wochenstunden wurden wieder verringert. Den Fahrkahrtenverkauf gab die Post in private\u00a0 H\u00e4nde, ebenso das Zeitungsgesch\u00e4ft. Rundfunk- und Fernseheinzug \u00fcbernahm die GEZ in K\u00f6ln. Bei der n\u00e4chsten \u00dcberpr\u00fcfung der Post lie\u00dfen die \u201cPunktzahlen\u201d die Wochenstunden schon von 56 auf 40 sinken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Pensionierung von Walter M\u00fcller wurde 1983\u00a0 Marga Diemer seine Nachfolgerin f\u00fcr die Postannahmestelle. Ihre Wochenstunden wurden auf 26 herabgesetzt. Nachdem sie sich wegen pers\u00f6nlicher Gr\u00fcnde auf unbestimmte Zeit beurlauben lie\u00df, betreute ihre Nachfolgerin Petra Holland-Cunz die Gersbacher Poststelle. Ihre Besch\u00e4ftigungszeit wurde zun\u00e4chst auf 22 Wochenstunden reduziert, sp\u00e4ter nochmals auf 17,5 Wochenstunden gek\u00fcrzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 1. August1995 endete die Geschichte der eigenen Gersbacher Poststelle: Sie wurde aufgel\u00f6st und in eine Postagentur, die in einem Getr\u00e4nkeshop untergebracht ist, umgewandelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 12 &nbsp; Die Post in Gersbach &nbsp; Von Walter M\u00fcller &nbsp; Die Gersbacher Postgeschichte beginnt im Jahr 1816, denn bis zu diesem Jahr kann die Arbeit der Post zur\u00fcckverfolgt <span class=\"readmore\"><a href=\"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=130\">Weiterlesen\u00a0\u2026<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":15,"menu_order":14,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"_mc_calendar":[],"footnotes":""},"class_list":["post-130","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P7TYLF-26","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=130"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":179,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/130\/revisions\/179"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/15"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}