{"id":132,"date":"2015-01-04T02:17:58","date_gmt":"2015-01-04T01:17:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=132"},"modified":"2015-01-04T17:06:18","modified_gmt":"2015-01-04T16:06:18","slug":"kapitel-13-wasser-und-strom-fuer-die-gersbacher","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=132","title":{"rendered":"Kapitel 13 &#8211; Wasser und Strom f\u00fcr die Gersbacher"},"content":{"rendered":"<p>Kapitel 13<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wasser und Strom f\u00fcr die Gersbacher<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Guido Gl\u00f6ckner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Dorfbrunnen zur Wasserleitung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201cProtokoll \u00fcber die Verhandlungen des Genossenschaftsausschusses der sogenannten Felsalbtalgruppe in der Sitzung vom 28. August 1902.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Gemeinde Gersbach und die Gemeinde Simbten, letztere f\u00fcr die Ortschaft Obersimbten, werden, nachdem sie ihren Anschlu\u00df erkl\u00e4rt und den Kostenanteil zur Verf\u00fcgung gestellt haben, als vollberechtigte Mitglieder in die Genossenschaft aufgenommen.\u201d<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1902 war, wie dieser Auszug aus dem Protokollbuch der Felsalbgruppe beweist, ein entscheidendes Jahr f\u00fcr die Wasserversorgung des Dorfes Gersbach. Mit der Aufnahme in das Wasserwerk Felsalbgruppe begann ein neues Zeitalter, denn schon ein Jahr sp\u00e4ter verloren die Brunnen, die jahrhundertelang den Gersbachern Wasser gaben, ihre entscheidende Bedeutung f\u00fcr den Ort. Stattdessen sprudelte das Wasser ab 1903 aus einer Wasserleitung, die von Winzeln nach Gersbach verlegt worden war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So entscheidend dieser Einschnitt 1902\/03 auch gewesen sein mag, eine geordnete Wasserversorgung hatte das kleine Bauerndorf schon lange gehabt. Wasser gaben schlie\u00dflich seit vielen Jahrhunderten die Brunnen im Ort. Einst war es sogar eine wichtige und unerl\u00e4ssliche Aufgabe der Gemeinde, daf\u00fcr zu sorgen, dass sie immer zuverl\u00e4ssig Wasser spendeten. F\u00fcr unsere moderne Gesellschaft sind sie meist nur Zierde, wenn \u00fcberhaupt noch. Wie viele Brunnen sind zugesch\u00fcttet, wie viele Zisternen verkommen, wie viele Quellen sogar vergessen? F\u00fcr Generationen unserer Vorfahren w\u00e4re es unvorstellbar gewesen, die Brunnen zu vernachl\u00e4ssigen, denn ihr Leben und \u00dcberleben war abh\u00e4ngig von dem Wasser, das t\u00e4glich aus ihnen sprudelte: Es war Trinkwasser, Waschwasser und Viehtrunk zugleich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die f\u00fcnf entscheidenden Brunnen f\u00fcr das Dorf<\/p>\n<p>Welche Quellen und Brunnen die ersten Gersbacher in grauer Vorzeit benutzten, an welchem Wasserlauf sie sich ansiedelten, wird wohl kaum zu ergr\u00fcnden sein, aber im Laufe der Jahrhunderte wurden die Brunnen des Dorfes, sogar die Brunnen der gesamten Gemarkung, mehr und mehr geh\u00fctet und gepflegt, wurden zu einer Aufgabe der \u00f6ffentlichen Gemeinschaft: Alte Dokumente aus dem Stadtarchiv zeugen von der Arbeit und den Bem\u00fchungen um einen einwandfreien Zustand der Brunnen, sogar von der Sicherstellung einer ausreichenden Wasserversorgung f\u00fcr das Dorf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei einem Blick in die ersten Dokumente \u00fcber die Gersbacher Wasserversorgung, die aus dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert stammen, f\u00e4llt das Augenmerk auf f\u00fcnf auch heute entweder noch existierende oder zumindest mit Namen und Standort bekannte Brunnen: Zun\u00e4chst ist da der Dorfbrunnen, die bedeutendste Wasserquelle im fr\u00fcheren Gersbach, den es heute noch als Zierbrunnen im Unterdorf gibt, zu nennen. Auch der Knoppbrunnen, der 1994 f\u00fcr 10.000 Mark freigelegt worden ist, sch\u00fcttet weiter, unbeachtet am Rande des Gro\u00dfheimer Tals, immer noch ausreichend Wasser in die sch\u00f6n restaurierten Sandsteintr\u00f6ge. F\u00fcr jeden Gersbacher ein Begriff, aber schon seit Jahren versiegt, ist der Aspentrog. Von seiner Existenz zeugen allein noch grasbewachsene Sandsteintr\u00f6ge. Dagegen erinnern sich nur noch \u00e4ltere Gersbacher an den Talbrunnen, der aber, versteckt und von Unkraut umwuchert, im Tal der Gersbach immer noch ein wenig tr\u00f6pfelt. Auf der jeder Karte zu finden, aber in freier Natur kaum noch zu entdecken, ist der Riegelwieser Brunnen am Rande des Eischbergs unterhalb des \u201cDicken Baumes\u201d.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brunnensanierung 1825\/26<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese f\u00fcnf Brunnen waren es auch, die die Gemeinde Gersbach 1825\/26 sanieren lie\u00df &#8211; ein Beweis ihrer gro\u00dfen Bedeutung f\u00fcr den Ort. Ist diese Sorge um den Zustand des Dorfbrunnens aus heutiger Sicht allzu verst\u00e4ndlich, weil er doch die zentrale Wasserquelle f\u00fcr den Ort war, ist sie f\u00fcr die weiteren Brunnenanlagen schon schwerer einsehbar. Dennoch ist schnell die Erkl\u00e4rung geliefert: Viele Jahrzehnte dienten diese Brunnen zun\u00e4chst als Tr\u00e4nke f\u00fcr die Menschen, wenn sie drau\u00dfen auf den \u00c4ckern arbeiteten, und das Vieh, das weit vom Dorf entfernt weidete. Sp\u00e4ter wurden die dorfnahen Brunnen Aspentrog, Talbrunnen und Knoppbrunnen nach der Ausdehnung der Gemeinde auch zu Waschbrunnen und dienten der normalen Trinkwasserversorgung, bevor die Wasserleitung gebaut wurde. Noch heute erinnern sich \u00e4ltere Gersbacher daran, wie die Bauern vom \u201cNeuhof\u201d &#8211; das erst Ende des 19. Jahrhunderts besiedelte Gebiet um die heutige Schule &#8211; den Knoppbrunnen f\u00fcr ihre Wasserversorgung nutzten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck in die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts, als die Gemeinde Gersbach eine umfassende Brunnensanierung plante. Im Archiv der Stadt Pirmasens finden sich die alten Urkunden, in denen am 5. August 1825 der Maurer Joseph Klein aus Fehrbach ein Angebot zur Reparatur von vier Brunnen und eines Schonungsgrabens vorlegte, wof\u00fcr er 44 Gulden veranschlagte. Um einen Einblick in die von der Gemeinde geforderten Arbeiten zu geben, hier der Kostenvoranschlag f\u00fcr den Knoppbrunnen:<\/p>\n<p>\u201c3. Knopfbrunnen<\/p>\n<ol>\n<li>a) am Brunnenstub vier Schu lang, vier Schu breit, drey Schu tief, wozu man 48 Schu Quader braucht, der Schu zu 6 Kreuzer.<\/li>\n<li>b) 20 Schu gerade Deckelsteine, den Schu zu brechen, zu hauen und zu versetzen zu 6 Kreuzer.\u201d<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Joseph Klein erhielt zun\u00e4chst jedoch nicht den Zuschlag. Das Mindestgebot hatte sein Konkurrent, der Maurer Georg Jaeger aus Winzeln, abgegeben, mit dem am 27. September des gleichen Jahres auch ein Vertrag mit der Gemeinde abgeschlossen wurde. Dennoch r\u00fchrte sich Monate \u00fcberhaupt nichts, wie aus den alten Akten hervorgeht, bis der Vinninger B\u00fcrgermeister &#8211; Gersbach geh\u00f6rte in dieser Zeit zum B\u00fcrgermeisteramt Vinningen &#8211; sich im Fr\u00fchjahr an das k\u00f6nigliche Landkommissariat wandte, damit dieses die anderweitige Vergabe der Brunnenreparaturen genehmigte. Nachdem Jaeger vor dem B\u00fcrgermeister und dem Gersbacher Gemeinderat seinen Verzicht auf den Auftrag &#8211; er hatte krankheitsbedingt die Arbeiten nicht ausf\u00fchren k\u00f6nnen &#8211; erkl\u00e4rt hatte, wurde er am 19. Mai 1826 f\u00fcr 30 Gulden doch noch an Joseph Klein aus Fehrbach vergeben: \u201cDa der Maurer Georg Jaeger von Winzeln die Brunnenreparaturen in der Gemeinde Gerschbach unterm 27. September 1825 zu verfertigen um 30 Gulden an sich ersteigte, die schon im vorigen Jahr und bis dises gemacht werden sollt, allein aber auf mehrmalige Aufforderung, bis heute noch keinen Anfang gemacht ist, so hat der unterzogene B\u00fcrgermeister zu Vinningen, wegen Dringlichkeit dieser Reparaturen, diese Arbeit anderweitig, und zwar an den Maurer Joseph Klein von Fehrbach, durch gegenw\u00e4rtige \u00dcbereinkunft in Akkort um nemliche von drei\u00dfig Gulden, 30 fl, und zwar unter den im beiligenden, fraglichen Steigakt angedungenen Bedingungen zu verfertigen, \u00fcbertragen, und zwar unter den nachtr\u00e4glichen Bedingungen&#8230;\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Streit um den Fl\u00fcsselbrunnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht immer war es in fr\u00fcheren Jahrhunderten mit der Pflege und Instandsetzung vorhandener Brunnen getan, auch neue Wasserquellen mussten erschlossen werden, wenn das Dorf wuchs. In Gersbach scheint eine solche Situation 1874 eingetreten zu sein, als sich die Gemeinde mit dem k\u00f6niglichen Bezirksamt um die \u201cHerstellung des hiesigen Fl\u00fcsselbrunnens betr.\u201d stritt. In einem ausf\u00fchrlichen Briefwechsel zwischen dem Gersbacher B\u00fcrgermeister und dem Bezirksamt findet sich eine Auseinandersetzung um Sinn und Zweck des aus heutiger Sicht r\u00e4tselhaften Fl\u00fcsselbrunnens. Begonnen hat der Streit schon am 1. April 1874, als das k\u00f6nigliche Bezirksamt in Pirmasens den Brunnenbau, der bis 15. Mai des gleichen Jahres beendet sein sollte, anordnete. Zun\u00e4chst gestalteten sich die Arbeiten aber recht schwierig, wie aus einem Gersbacher Schreiben hervorgeht: \u201c&#8230;beehrt man sich zu berichten, dass der Brunnen unbedingt noch tiefer gegraben werden mu\u00df, um ein Pumpwerk aufstellen zu k\u00f6nnen, wenn er \u00fcberhaupt seinem Zweck entsprechen soll.\u201d Aber auch Arbeiter konnte die Gemeinde &#8211; wohl wegen der bevorstehenden Arbeiten auf den Feldern &#8211; kaum finden, erkl\u00e4rt der B\u00fcrgermeister weiter, weshalb er um eine Verschiebung des Brunnenbaus in den Herbst bittet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der k\u00f6nigliche Bezirksamtmann Schmitt, der die gesamte Korrespondenz mit den Gersbachern f\u00fchrte, zeigte sich angesichts dieser Argumentation recht ungehalten. F\u00fcr ihn waren sie schlichtweg \u201cnicht stichhaltig\u201d, weshalb er der Gemeinde am 28. Mai 1874 eine Frist von neun Wochen setzte, um den Fl\u00fcsselbrunnen zu bauen, andernfalls werde er die Arbeiten von Pirmasens aus in Auftrag geben &#8211; auf Kosten der Gemeinde Gersbach. Schon vier Wochen sp\u00e4ter fragte er auch nach den Fortschritten. \u201cAuf den hohen Auftrag vom 29. d. Monats nebigen Betreffs, beehrt man sich gehorsamst zu berichten, da\u00df die Arbeiten an dem nebigen Brunnen (Vertiefung deselben) in Arbeit gegeben sind und eben daran gearbeitet wird\u201d, lautete am 6. Juli die Antwort des Gersbacher B\u00fcrgermeisters. Aber genau einen Monat sp\u00e4ter erkundigte sich Schmitt erneut nach dem Brunnenbau, der immer noch nicht abgeschlossen war &#8211; und wurde wieder vertr\u00f6stet: Der Brunnen sei noch nicht vollst\u00e4ndig fertig, da die Arbeiten wegen der Ernte ausgesetzt werden mussten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere zwei Monate sp\u00e4ter hatte, nach einer Ortsbegehung, der Bezirksamtmann keine Geduld mehr mit den Gersbachern, da der Fl\u00fcsselbrunnen immer noch nicht fertiggestellt war. Er verlangte am 29. Oktober, bei Vermeidung weiterer Verz\u00f6gerungen, innerhalb von 14 Tagen einen Bericht \u00fcber die Fertigstellung. Die Gersbacher hatten inzwischen aber \u00fcberhaupt kein Interesse mehr an diesem Brunnen, wie ihre Antwort vom 23. November 1874 zeigt. Zwar war eine Vertiefung gemacht worden, aber es sei \u201ckein g\u00fcnstiges Resultat\u201d erzielt worden, worauf man auch kaum hoffen k\u00f6nne: \u201cAber die Terrainverh\u00e4ltnisse dieses Brunnens sind so ung\u00fcnstig, das dieser Ort sich absolut nicht f\u00fcr einen \u00f6ffentlichen Brunnen eignet.\u201d Der Gemeinderat hatte angesichts dieses Sachstands noch einmal getagt und war zu der Ansicht gekommen, dass das Projekt aufgegeben und ein anderer Brunnen in Angriff genommen werden sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit welchen Argumenten oder Drohungen sich das k\u00f6nigliche Bezirksamt schlie\u00dflich durchgesetzt hat, bleibt v\u00f6llig offen, wie viele Details dieses Brunnenbaus. Jedenfalls wurde er doch noch fertiggestellt, wie aus der weiteren Korrespondenz hervorgeht: Am 29. April 1875 berichtet der Gersbacher B\u00fcrgermeister, da\u00df die Arbeiten beendet und der Fl\u00fcsselbrunnen fertig ist. Ungekl\u00e4rt bleibt jedoch heute der Standort dieses Brunnens, der trotz eifriger Recherchen nicht ausfindig zu machen war. Zwei Theorien bieten sich jedoch an: Nachdem es ein Gewann unterhalb des alten Betsaals gibt, das \u201cFl\u00f6ssel\u201d hei\u00dft, k\u00f6nnte ihm ein \u201cFl\u00fcsselbrunnen\u201d den Namen gegeben haben. Der Brunnen, der dann auch in diesem Gebiet zu vermuten ist, h\u00e4tte durch einen nachgewiesenen unterirdischen Wasserlauf am Matzenberg gespeist werden k\u00f6nnen. Genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist aber auch die Annahme, da\u00df es sich beim Fl\u00fcsselbrunnen um den Dorfbrunnen handelte, der sich fr\u00fcher direkt am Betsaal befunden hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Spurensuche nach Brunnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere alte Urkunden aus den Jahren 1828 \u00fcber eine weitere Reparatur am Knoppbrunnen und 1838, als das k\u00f6nigliche Landcommissariat die Reinigung eines Waschbeh\u00e4lters anordnete, zeugen von einer v\u00f6llig anderen Gewichtung der Brunnen im und um das Dorf in fr\u00fcheren Jahrhunderten. Heute f\u00e4llt es viel schwerer, etwas \u00fcber die Gersbacher Brunnen zu erfahren, ja selbst sie zu finden. Viele kleinere Brunnen auf den Bauernh\u00f6fen, von denen es eine Menge gab, sind zugesch\u00fcttet oder \u00fcberbaut worden. In der Windsberger Stra\u00dfe etwa zog sich auf der linken Seite in dem Gewann \u201cSchlimmgasse\u201d ein unterirdischer Wasserlauf, aus dem wahrscheinlich auch der Dorfbrunnen gespeist wird, talabw\u00e4rts zum Dorfplatz. Er wurde auch von mehreren Tiefbrunnen in den Geh\u00f6ften angezapft. Der Dorfbrunnen selbst hat sich im Lauf der Jahrhunderte ver\u00e4ndert, in Lage und Aussehen. J\u00fcngere Gersbacher wissen heute nicht mehr, dass er sich Jahrhunderte direkt oberhalb des Betsaals, also in der Senke des Dorfplatzes befunden hat. Erst als die Windsberger Stra\u00dfe trassiert wurde, ist er gegen den Berg auf die andere Stra\u00dfenseite verschoben worden, wo er auch\u00a0 heute noch zu finden ist, allerdings inzwischen schon wieder um einige Meter verlegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Versiegt ist der Aspentrog, dessen Name schon einen Hinweis auf sein fr\u00fcheres Aussehen gibt: Espen wuchsen rund um den Brunnen, der im 19. Jahrhundert auch schon als Waschbrunnen benutzt wurde. Im Zuge der Kanalisation vor einigen Jahren war der unterirdische Wasserzualuf besch\u00e4digt worden.\u00a0 Knapp unterhalb des Dorfes, auf dem Weg an der Kl\u00e4ranlage vorbei in die Gersbach, befindet sich der \u201cDalbrunne\u201d am Talrand, allerdings kaum noch zu erkennen, weil ihn kniehohes Unkraut fast v\u00f6llig verbirgt. Als der Weg der Bauern noch zu den Talwiesen in der Gersbach f\u00fchrte, hatte er als Trinkwasserreservoir f\u00fcr Mensch und Vieh sicher ein anderes Aussehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch auf der Gersbacher Gemarkung au\u00dferhalb des Ortsgebietes gibt es einige fast vergessene Brunnen und Quellen. Der Knoppbrunnen ist diesem Schicksal knapp entronnen, weil er vor wenigen Jahren saniert wurde und heute wieder Wasser durch die drei geflickten Sandsteintr\u00f6ge flie\u00dft. Sein Name r\u00fchrt von dem benachbarten Winzler Gewann \u201cAuf dem Knopp\u201d her, eine Bezeichnung, die auf einen \u201cknopfartigen H\u00fcgel\u201d hindeutet. Am Rande des Eischberges befinden sich der Riegelwieser Brunnen und der Kalmannsbrunnen. Der Name des Riegelwieser Brunnens, der unter einigen hochgewachsenen B\u00e4umen am Ende einer Klamm entspringt, geht wohl auf die Schreibweise \u201cRiedelwieser Brunnen\u201d &#8211; Ried ist Schilfrohr &#8211; zur\u00fcck, die sich im Lauf der Zeit ver\u00e4ndert hat. Angesichts dieses Namens ist davon auszugehen, da\u00df die Quelle fr\u00fcher in einer feuchten Schilfrohrwiese entsprungen ist. Die Bezeichnung \u201cKalmannsbrunnen\u201d gibt dagegen R\u00e4tsel auf: Eigentlich handelt es sich um eine Quelle, die mitten am Hang in einer Wiese entspringt und als \u201cKalmannsbrunnen\u201d bekannt ist. Die Namendeutung \u201cDes Karls Brunnen\u201d liegt nahe , aber auch \u201cKalmusbrunnen\u201d &#8211; die in unserer Region vorkommende gelbe Wasserlilie wird auch \u201cfalscher Kalmus\u201d genannt &#8211; wurde schon als Name gebraucht. Bekannt sind auf der Gersbacher Gemarkung auch die Wallersteinquelle und der Gerhardsbrunnen an der Wehrmachtstra\u00dfe, dar\u00fcberhinaus gibt es noch viele kleine, namenlose Quellen auf der Gersbacher Gemarkung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von der Felsalbgruppe zu den Stadtwerken<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abgel\u00f6st wurden die Brunnen als Wasserversorgung der Gersbacher von der ersten aus Winzeln kommenden Wasserleitung, die nach dem Beitritt zur Felsalbgruppe im Jahr 1903 verlegt wurde. Sie ist 1933 durch eine zweite Wasserleitung, die ebenfalls an der heutigen Stra\u00dfe zwischen beiden Vororten &#8211; allerdings auf den anderen Stra\u00dfenseite &#8211; entlangf\u00fchrt, erg\u00e4nzt worden. Schon 1970 haben die Stadtwerke Pirmasens das Gersbacher Wassernetz \u00fcbernommen, das jedoch noch bis 1984 von der Felsalbgruppe mit Wasser beliefert worden ist. 1994 waren in Gersbach 517 Wasserz\u00e4hler angeschlossen, an denen ein Wasserverbrauch von 70.231 Kubikmetern registriert worden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit 1921 Strom im Dorf<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1996 k\u00f6nnen die Gersbacher ein kleines Jubil\u00e4um feiern: Seit 75 Jahren gibt es im Dorf Strom. 1921 unterzeichnete die Gemeinde mit den Pfalzwerken den ersten Stromvertrag. Es ist unwahrscheinlich, da\u00df zuvor schon Stromgeneratoren im Ort existierten, nachdem erst 1928 die erste Gersbacher Schuhfabrik auf maschinelle Produktion umstellte. Am 25. April 1921 wurde der Stromlieferungsvertrag in Gersbach unterzeichnet. Ab 1. Oktober sollten die Pfalzwerke den gesamten im Ort ben\u00f6tigten Strom liefern, gleichzeitig verpflichtete sich die Ortsgemeinde, kein eigenes Elektrizit\u00e4tswerk in Betrieb zu nehmen oder bei einem anderen Lieferanten Strom zu kaufen. Nachdem sich der Anschluss um einen Monat verschoben hatte, lieferten die Pfalzwerke dann tats\u00e4chlich ab 1. November 1921 Strom nach Gersbach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angekommen ist der Strom wahrscheinlich schon damals in dem Trafoh\u00e4uschen, das zwischen Winzeln und Gersbach auch heute noch steht. Es diente Jahrzehnte zur Einspeisung des Stroms f\u00fcr beide D\u00f6rfer. Nur eine kleine Sicherung, wie sie heute f\u00fcr die Lichtabsicherung einer Wohnung verwendet wird, sicherte bis in die f\u00fcnfziger Jahre die Stromversorgung f\u00fcr zwei Orte. Erst 1951 wurde das Trafohaus in der Denkmalstra\u00dfe errichtet, das bis heute zur Stromeinspeisung in Gersbach dient, auch wenn es inzwischen keine Oberleitung mehr gibt, sondern unterirdische Leitungen die Gersbacher mit Strom versorgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Betreut wurde das Ortsnetz, bis es von den Stadtwerken Pirmasens \u00fcbernommen wurde, von der ortsans\u00e4ssigen Elektrofirma Philipp Becker, die f\u00fcr Hausanschl\u00fcsse und Reparaturen zust\u00e4ndig war. 1921 war der Elektriker Philipp Becker mit der Firma BBC, die das Gersbacher Ortsnetz installierte, in den Ort gekommen und gr\u00fcndete 1928 das heute noch bestehende Elektrogesch\u00e4ft.\u00a0 1962 wurde auch eine Niederspannungsfreileitung zur Eichelsbacher M\u00fchle verlegt, an der zwei landwirtschaftliche Betriebe angeschlossen wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1972 wurde nach der Eingemeindung in die Stadt Pirmasens das Gersbacher Stromnetz von den Stadtwerken \u00fcbernommen. Erst 1981 wurde es jedoch an das st\u00e4dtische Netz angeschlossen, zuvor war der Strom weiterhin von den Pfalzwerken eingespeist worden. 1994 waren 690 Haushaltsz\u00e4hler in Gersbach an das Stromnetz angeschlossen, die 3,25 Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchten. Gewerbe und Industrie haben \u00fcber 71 Z\u00e4hler einen Stromverbrauch von 2,59 Millionen Kilowattstunden.<\/p>\n<p>\/p<\/p>\n<p>\/p<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 13 &nbsp; Wasser und Strom f\u00fcr die Gersbacher &nbsp; Von Guido Gl\u00f6ckner &nbsp; &nbsp; &nbsp; Vom Dorfbrunnen zur Wasserleitung &nbsp; \u201cProtokoll \u00fcber die Verhandlungen des Genossenschaftsausschusses der sogenannten Felsalbtalgruppe <span class=\"readmore\"><a href=\"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/?page_id=132\">Weiterlesen\u00a0\u2026<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":15,"menu_order":15,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"_mc_calendar":[],"footnotes":""},"class_list":["post-132","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P7TYLF-28","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=132"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/132\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":180,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/132\/revisions\/180"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/15"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ps-gersbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}